Sa, 18. Nov 2017, 20:00 h - Jazz und Brazil im Chor Doppelkonzert
Do, 23. Nov 2017, 19:30 h - Lesungskonzert - Antennen im Regen
Sa, 25. Nov 2017, 20:00 h - Luthers Lieder im Hier und Jetzt
So, 26. Nov 2017, 17:00 h - Feuer und Frieden

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So, 19. Nov 2017, 10:00 h - Gottesdienst
Mi, 22. Nov 2017, 10:30 h - Buß- und Bettag
So, 26. Nov 2017, 10:00 h - Gottesdienst mit Abendmahl
So, 03. Dez 2017, 18:00 h - ZEITklang
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Einfach mal protestantisch Sein

Angelica Dinger

Ich sollte mich bei meiner Freundin melden. Das nehme ich mir seit Wochen vor. Außerdem wollte ich mich ausführlich in diesen Autoskandal einlesen, bei dem Autobosse betrogen haben und irgendwelche Filter nicht richtig funktionieren. Es ist sowieso Sommerloch, wo nicht viel passiert und alle sich erholen (sofern bei diesen sintflutartigen Regengüssen von Sommer die Rede sein kann). Diese Zeit sollte ich nutzen, um mich einmal richtig zu informieren. Das Buch, das neulich in der Zeitung so gut besprochen wurde, wollte ich auch lesen. Und die Fenster mal wieder putzen.

Heutzutage ist es ja kein Hexenwerk, mit der Freundin in Kontakt zu bleiben. Wer keine Zeit zum Kaffeetrinken hat, tauscht schnell ein paar Fotos übers Handy aus. Schon hat man etwas gemeinsam erlebt. Beinahe. Genauso ist es mit den Nachrichten. Apps machen es einfach, informiert zu bleiben. Ist ja auch Bürgerpflicht. Man muss sich gar keine Auszeit vom Zeitgeschehen mehr nehmen. Es kostet fast keine Anstrengung, informiert zu bleiben.
Ich habe aber keine Lust dazu. Ich möchte am liebsten müde im Park liegen, ein schlechtes Buch lesen, das nie in Feuilletons besprochen werden würde, ab und zu ein Eis essen und abends eine Pizza obendrauf. Ich habe keine Lust, irgendwen zu treffen oder Fenster zu putzen, ich möchte gerne einfach nur Sein.

Wann ist Urlaub eigentlich zu der Zeit geworden, in der man alles nachholt, was man im Alltag nicht schafft? Und schaffen tut man heute alles. Der Optimierungswahn erstreckt sich auf jeden Lebensbereich. Im Sportstudio bieten sie Kurse in der Mittagspause an. Bloß keine Zeit verlieren. Es gibt so viel, was man tun könnte, dass Nichtstun irgendwie… faul erscheint. „Typisch“, sagen meine Freunde, „du bist einfach zu protestantisch, um Urlaub zu machen.“
Über die Leistungsfähigkeit des Protestantismus ist viel geschrieben worden. Berühmt ist Max Webers These über den Zusammenhang der protestantischen Ethik und den Geist des Kapitalismus. Demnach begünstigt Luthers Predigt vom Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einerseits und der Emanzipation der einzelnen Menschen andererseits eine Konzentration auf Disziplin und Arbeitskraft.

Im Mittelalter war die protestantische Botschaft eine Befreiung: Der Mensch wird nicht aus Werken, sondern allein aus Glauben gerecht. Nur Christus und die Schrift sind Maßstäbe. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass jeder auf sich selbst angewiesen ist. Nicht auf die Kirche oder die Priester kommt es an. Und so begann es, typisch protestantisch zu sein, mit Disziplin und Arbeitsethos ans Werk zu gehen. Das heißt nicht, dass man aus diesen „Werken“ gerecht wird. Im Gegenteil ging es um die innere Haltung und das Sich-Nicht-Beschweren.

Die vielen Ansprüche, die an uns herangetragen werden, und der Optimierungswahn im Alltag und im Urlaub machen uns aber nicht zu freien Christenmenschen. Im Gegenteil. Gerade im Nachdenken über die Reformation täte es gut, einmal nicht zu optimieren, nicht die Fenster zu putzen. Einfach nur zu Sein. Und dabei zu wissen, wir sind immer schon angenommen, immer schon gerecht in Gottes Augen. Bevor irgendetwas dafür geleistet wurde.
Im Weihnachtslied von Paul Gerhard heißt es: „Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren. Und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt erkoren.“ Allein durch Christus. Daran denke ich jetzt, gehe raus in den Park und esse ein Eis. Und abends eine Pizza obendrauf.

chorkonzert 2017

Chormusik trifft auf Weltmusik

Bearbeitungen und Improvisationen zu Liedern Martin Luthers und zu Kompositionen seiner Zeit.

Sa, 25. November 2017 20 Uhr

Chor der Nikodemus- und Martin-Luther-Kirche
Volker Jaekel - Piano, Komposition und Leitung
Winnie Brückner - Gesang
Gerd Anklam - Saxophon
Uli Moritz - Percussion

Eintritt: 12 €, ermäßigt: 8€, Berlin-Pass 3€, Kinder unter 14 Jahren frei

fluegel

Feuer und Frieden

romantische Klaviermusik
mit Kompositionen von
Chatschaturjan, Rachmaninow, Brahms, Debussy, Chopin
- Programm zum Download

Es spielen Schülerinnen von Irmelin Jättkowski-Eckert.

Außerdem: Orientalische Zithermusik von Orhan Senel.

Ein Spendenkonzert zugunsten der Bürgerplattform 'Wir in Neukölln'.

Sonntag, 26. November 2017 17 Uhr

Eintritt frei, Spenden erbeten

Veranstaltungen

Sa, 18. Nov 2017, 20:00 h - Jazz und Brazil im Chor Doppelkonzert
Do, 23. Nov 2017, 19:30 h - Lesungskonzert - Antennen im Regen
Sa, 25. Nov 2017, 20:00 h - Luthers Lieder im Hier und Jetzt
So, 26. Nov 2017, 17:00 h - Feuer und Frieden

Gottesdienste

So, 19. Nov 2017, 10:00 h - Gottesdienst
Mi, 22. Nov 2017, 10:30 h - Buß- und Bettag
So, 26. Nov 2017, 10:00 h - Gottesdienst mit Abendmahl
So, 03. Dez 2017, 18:00 h - ZEITklang
So, 10. Dez 2017, 10:00 h - Gottesdienst

kirchturm grafik

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zu unserem kulturellen Programm
finden Sie auf
art.kulturkirche-nikodemus.berlin

 

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