Sa, 25. Mai 2019, 20:00 h - Anna Margolina
So, 26. Mai 2019, 18:00 h - Riven in Time
Sa, 08. Jun 2019, 18:00 h - Huijing Han - Die kompletten Chopin Walzer
Mo, 10. Jun 2019, 19:00 h - Trimpert & Moritz - Liederabend
Fr, 14. Jun 2019, 20:00 h - 48h Neukölln in Nikodemus

Alle Veranstaltungen
So, 26. Mai 2019, 17:00 h - Abendgottesdienst mit Abendmahl
Do, 30. Mai 2019, 10:00 h - Gottesdienst
Fr, 31. Mai 2019, 18:00 h - Taizéandacht
So, 02. Jun 2019, 17:00 h - Abendgottesdienst
So, 09. Jun 2019, 10:00 h - Gottesdienst mit Jubelkonfirmation
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Einfach mal protestantisch Sein

Angelica Dinger

Ich sollte mich bei meiner Freundin melden. Das nehme ich mir seit Wochen vor. Außerdem wollte ich mich ausführlich in diesen Autoskandal einlesen, bei dem Autobosse betrogen haben und irgendwelche Filter nicht richtig funktionieren. Es ist sowieso Sommerloch, wo nicht viel passiert und alle sich erholen (sofern bei diesen sintflutartigen Regengüssen von Sommer die Rede sein kann). Diese Zeit sollte ich nutzen, um mich einmal richtig zu informieren. Das Buch, das neulich in der Zeitung so gut besprochen wurde, wollte ich auch lesen. Und die Fenster mal wieder putzen.

Heutzutage ist es ja kein Hexenwerk, mit der Freundin in Kontakt zu bleiben. Wer keine Zeit zum Kaffeetrinken hat, tauscht schnell ein paar Fotos übers Handy aus. Schon hat man etwas gemeinsam erlebt. Beinahe. Genauso ist es mit den Nachrichten. Apps machen es einfach, informiert zu bleiben. Ist ja auch Bürgerpflicht. Man muss sich gar keine Auszeit vom Zeitgeschehen mehr nehmen. Es kostet fast keine Anstrengung, informiert zu bleiben.
Ich habe aber keine Lust dazu. Ich möchte am liebsten müde im Park liegen, ein schlechtes Buch lesen, das nie in Feuilletons besprochen werden würde, ab und zu ein Eis essen und abends eine Pizza obendrauf. Ich habe keine Lust, irgendwen zu treffen oder Fenster zu putzen, ich möchte gerne einfach nur Sein.

Wann ist Urlaub eigentlich zu der Zeit geworden, in der man alles nachholt, was man im Alltag nicht schafft? Und schaffen tut man heute alles. Der Optimierungswahn erstreckt sich auf jeden Lebensbereich. Im Sportstudio bieten sie Kurse in der Mittagspause an. Bloß keine Zeit verlieren. Es gibt so viel, was man tun könnte, dass Nichtstun irgendwie… faul erscheint. „Typisch“, sagen meine Freunde, „du bist einfach zu protestantisch, um Urlaub zu machen.“
Über die Leistungsfähigkeit des Protestantismus ist viel geschrieben worden. Berühmt ist Max Webers These über den Zusammenhang der protestantischen Ethik und den Geist des Kapitalismus. Demnach begünstigt Luthers Predigt vom Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einerseits und der Emanzipation der einzelnen Menschen andererseits eine Konzentration auf Disziplin und Arbeitskraft.

Im Mittelalter war die protestantische Botschaft eine Befreiung: Der Mensch wird nicht aus Werken, sondern allein aus Glauben gerecht. Nur Christus und die Schrift sind Maßstäbe. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass jeder auf sich selbst angewiesen ist. Nicht auf die Kirche oder die Priester kommt es an. Und so begann es, typisch protestantisch zu sein, mit Disziplin und Arbeitsethos ans Werk zu gehen. Das heißt nicht, dass man aus diesen „Werken“ gerecht wird. Im Gegenteil ging es um die innere Haltung und das Sich-Nicht-Beschweren.

Die vielen Ansprüche, die an uns herangetragen werden, und der Optimierungswahn im Alltag und im Urlaub machen uns aber nicht zu freien Christenmenschen. Im Gegenteil. Gerade im Nachdenken über die Reformation täte es gut, einmal nicht zu optimieren, nicht die Fenster zu putzen. Einfach nur zu Sein. Und dabei zu wissen, wir sind immer schon angenommen, immer schon gerecht in Gottes Augen. Bevor irgendetwas dafür geleistet wurde.
Im Weihnachtslied von Paul Gerhard heißt es: „Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren. Und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt erkoren.“ Allein durch Christus. Daran denke ich jetzt, gehe raus in den Park und esse ein Eis. Und abends eine Pizza obendrauf.

48 Stunden Neukölln in Nikodemus

Fr 14. Juni 2019 - So 16. Juni 2019

48h Neukölln in Nikodemus

Freitag, 14. Juni

20.00: Ausstellung/ Performance; Corinna Rosteck ‚Riven in Time’ (Zerrissen in der Zeit) /
Performance I "Angelus Novus"

Corinna Rosteck gestaltet mit fotografischen und malerischen Bildern raumgreifend die Ausstellungswände Zu den Performances werden im Dialog der Tänzerin und Choreografin Macha Melanie und Ihrer elfköpfigen Compagnie Puls'Art Videos von Momentaufnahmen, Spiegelungen direkt auf die Tänzer projiziert, ein wirkungsvolles Wechselspiel von Gegenwärtigem und Gesehenem.
21.00:  Neuer Jazzchor Berlin
Im Oktober 2012 in Berlin–Kreuzberg gegründet, besteht der Neue Jazzchor Berlin heute aus ca. 20 Chormitgliedern. Gesungen werden Stücke verschiedener Genres, u.a. anspruchsvolle Arrangements der Jazzchorliteratur, ausgewählte Popsongs z.B. von Sting und mitreißende Sambanummern.
22.30  :  Peter K. Kuehnel – Thrill
Der Multi-Instrumentalist kreiert mithilfe modernster Elektronik seine abgefahrenen „Klanglandschaften“. Hammergeile Grooves und melancholische Melodik verbinden sich zum Nervenkitzel – das Thrill- Erlebnis!
23.30  : Performance  II "Augmented Organic Reality"
Tanzcompagnie Puls’art mit Volker Jaekel - Piano.

Sonnabend, 15. Juni
20.00 : Performance I "Angelus Novus"
20.30 :  Dora Osterloh Solo

Im Soloprojekt der in Berlin lebenden Sängerin und Komponistin entstehen mit Stimme, elektronischen Effekten und Loops sphärische Klangwelten und abstrakte Songs. Aus eigenen Texten werden Improvisationen, bestehende Kompositionen verfremdet und die Grenzen zwischen Sprache, Musik und Geräusch neu definiert.
21.30 :  Die Improvisionäre spielen Futura
Erschaffe mit uns Deinen Kiez in Neukölln, wie er in der Zukunft (Future III) aussieht oder aussehen könnte. Durch Deine Ideen entstehen auf der Bühne erst die Bewohner*innen und dann eine ganze neue Welt. Auf "1, 2, 3 los" erwecken die Improvisionäre diese Utopie oder Dystopie zum Leben und nehmen Dich mit auf eine einzigartige Reise
22.30 :   Felix Manyés Gitarre
Felix Manyés musikalische Wurzeln finden sich in der traditionellen Gitarrenmusik Spaniens, die er mit Elementen der Flamenco-Gitarre und seiner Vorliebe für maurische Musik, aber auch mit Jazz und Ethno-Einflüssen kombiniert.
23.30  : Performance  II "Augmented Organic Reality"
Tanzcompagnie Puls’art mit Volker Jaekel - Piano.

Sonntag, 16. Juni
14.00:   
Die Improvisionäre für Kinder
Ein Mitmach-Märchen für Kinder von 4 bis 10 Jahren und alle, die sie gerne begleiten.
15.00:   Das Oberton-Chörchen
2 Frauen und 4 Männer und ein Instrumentarium aus Chello, Chalumeaux, Gitarre, Xylophon, Handpan, Didgeridoo, Shrutibox, Trommel, Gong, Klangschalen, Zimbel, Metallplatte und Regenstab.
17.00:   Zeitklang mit Chormusik
Chor der Martin-Luther und Nikodemusgemeinde und Tanzcompagnie Puls’art mit Volker Jaekel - Piano

 

nikodemusmagazin mrz19

Passion

Nikodemus Magazin März - Mai  2019

'Leidenschaft' - das ist es, was Passion übersetzt bedeutet. Und Leidenschaft für das Klavierspielen prägt unser Pianofestival Anfang März, auf das wir in unserem neuen Magazin ausführlich eingehen. Außerdem machen wir uns Gedanken über Leidenschaft im Allgemeinen und leidenschaftliche Frauen im Besonderen. Es gibt Hintergründe zur Passionszeit vor dem Osterfest und wunderschöne Passionsblumen.

Sie können die aktuelle Ausgabe (ca.2,8 MB) hier herunterladen

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Veranstaltungen

Sa, 25. Mai 2019, 20:00 h - Anna Margolina
So, 26. Mai 2019, 18:00 h - Riven in Time
Sa, 08. Jun 2019, 18:00 h - Huijing Han - Die kompletten Chopin Walzer
Mo, 10. Jun 2019, 19:00 h - Trimpert & Moritz - Liederabend
Fr, 14. Jun 2019, 20:00 h - 48h Neukölln in Nikodemus

Gottesdienste

So, 26. Mai 2019, 17:00 h - Abendgottesdienst mit Abendmahl
Do, 30. Mai 2019, 10:00 h - Gottesdienst
Fr, 31. Mai 2019, 18:00 h - Taizéandacht
So, 02. Jun 2019, 17:00 h - Abendgottesdienst
So, 09. Jun 2019, 10:00 h - Gottesdienst mit Jubelkonfirmation

kirchturm grafik

Mehr Informationen
zu unserem kulturellen Programm
finden Sie auf
art.kulturkirche-nikodemus.berlin

 

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