Sa, 27. Jan 2018, 20:00 h - Orestis Kalampalikis und Eva Atmazidou: Gitarrenmusik
Sa, 03. Feb 2018, 20:00 h - Musik aus Jugendjahren
So, 11. Feb 2018, 17:00 h - ZEITklang mit Vernissage GERSHOM
So, 18. Feb 2018, 17:00 h - Künstler der Deutschen Oper: Benefizkonzert
Fr, 23. Feb 2018, 20:00 h - Stephan Krawczyk: Lebensfreu.de

Alle Veranstaltungen
Fr, 26. Jan 2018, 18:00 h - Taizé-Andacht in St. Christophorus
So, 28. Jan 2018, 17:00 h - Abendgottesdienst
So, 04. Feb 2018, 10:00 h - Gottesdienst mit Taufe
So, 11. Feb 2018, 17:00 h - Zeitklang-Gottesdienst
So, 18. Feb 2018, 10:00 h - Regionalgottesdienst Martin-Luther-Gemeinde
Alle Gottesdienste

Anfahrt

Einfach mal protestantisch Sein

Angelica Dinger

Ich sollte mich bei meiner Freundin melden. Das nehme ich mir seit Wochen vor. Außerdem wollte ich mich ausführlich in diesen Autoskandal einlesen, bei dem Autobosse betrogen haben und irgendwelche Filter nicht richtig funktionieren. Es ist sowieso Sommerloch, wo nicht viel passiert und alle sich erholen (sofern bei diesen sintflutartigen Regengüssen von Sommer die Rede sein kann). Diese Zeit sollte ich nutzen, um mich einmal richtig zu informieren. Das Buch, das neulich in der Zeitung so gut besprochen wurde, wollte ich auch lesen. Und die Fenster mal wieder putzen.

Heutzutage ist es ja kein Hexenwerk, mit der Freundin in Kontakt zu bleiben. Wer keine Zeit zum Kaffeetrinken hat, tauscht schnell ein paar Fotos übers Handy aus. Schon hat man etwas gemeinsam erlebt. Beinahe. Genauso ist es mit den Nachrichten. Apps machen es einfach, informiert zu bleiben. Ist ja auch Bürgerpflicht. Man muss sich gar keine Auszeit vom Zeitgeschehen mehr nehmen. Es kostet fast keine Anstrengung, informiert zu bleiben.
Ich habe aber keine Lust dazu. Ich möchte am liebsten müde im Park liegen, ein schlechtes Buch lesen, das nie in Feuilletons besprochen werden würde, ab und zu ein Eis essen und abends eine Pizza obendrauf. Ich habe keine Lust, irgendwen zu treffen oder Fenster zu putzen, ich möchte gerne einfach nur Sein.

Wann ist Urlaub eigentlich zu der Zeit geworden, in der man alles nachholt, was man im Alltag nicht schafft? Und schaffen tut man heute alles. Der Optimierungswahn erstreckt sich auf jeden Lebensbereich. Im Sportstudio bieten sie Kurse in der Mittagspause an. Bloß keine Zeit verlieren. Es gibt so viel, was man tun könnte, dass Nichtstun irgendwie… faul erscheint. „Typisch“, sagen meine Freunde, „du bist einfach zu protestantisch, um Urlaub zu machen.“
Über die Leistungsfähigkeit des Protestantismus ist viel geschrieben worden. Berühmt ist Max Webers These über den Zusammenhang der protestantischen Ethik und den Geist des Kapitalismus. Demnach begünstigt Luthers Predigt vom Gehorsam gegenüber der Obrigkeit einerseits und der Emanzipation der einzelnen Menschen andererseits eine Konzentration auf Disziplin und Arbeitskraft.

Im Mittelalter war die protestantische Botschaft eine Befreiung: Der Mensch wird nicht aus Werken, sondern allein aus Glauben gerecht. Nur Christus und die Schrift sind Maßstäbe. Im Umkehrschluss bedeutet das aber, dass jeder auf sich selbst angewiesen ist. Nicht auf die Kirche oder die Priester kommt es an. Und so begann es, typisch protestantisch zu sein, mit Disziplin und Arbeitsethos ans Werk zu gehen. Das heißt nicht, dass man aus diesen „Werken“ gerecht wird. Im Gegenteil ging es um die innere Haltung und das Sich-Nicht-Beschweren.

Die vielen Ansprüche, die an uns herangetragen werden, und der Optimierungswahn im Alltag und im Urlaub machen uns aber nicht zu freien Christenmenschen. Im Gegenteil. Gerade im Nachdenken über die Reformation täte es gut, einmal nicht zu optimieren, nicht die Fenster zu putzen. Einfach nur zu Sein. Und dabei zu wissen, wir sind immer schon angenommen, immer schon gerecht in Gottes Augen. Bevor irgendetwas dafür geleistet wurde.
Im Weihnachtslied von Paul Gerhard heißt es: „Da ich noch nicht geboren war, da bist du mir geboren. Und hast mich dir zu eigen gar, eh ich dich kannt erkoren.“ Allein durch Christus. Daran denke ich jetzt, gehe raus in den Park und esse ein Eis. Und abends eine Pizza obendrauf.

nikodemusmagazin dez17

Geflügeltes

Nikodemus Magazin Dezember 2017 bis Februar 2018

Zum Jahreswechsel suchte sich unser Redaktionsteam ein leichteres Thema aus: Geflügeltes. Die Assoziationen reichen vom Symbolischen - den Engeln - bis hin zum Konkreten: Reisen im Flieger und die Geschichte unseres hochgeschätzten Konzertflügels, der die KulturKirche Nikodemus im wahrsten Sinne des Wortes beflügelt.

Sie können die aktuelle Ausgabe hier (PDF,5.3MB) herunterladen

Weiterlesen ...

Kinder- und Babytrödel

Am Samstag, 17. Februar 2018 gibt es wieder unseren Kinder- und Babytrödel von 11 bis 18 Uhr.

Dazu suchen wir Kleidung für Babys von 0 und Kindern bis 14 Jahre sowie Spielwaren, Bücher und jegliches Zubehör rund ums Kind.

Weiterlesen ...

Veranstaltungen

Sa, 27. Jan 2018, 20:00 h - Orestis Kalampalikis und Eva Atmazidou: Gitarrenmusik
Sa, 03. Feb 2018, 20:00 h - Musik aus Jugendjahren
So, 11. Feb 2018, 17:00 h - ZEITklang mit Vernissage GERSHOM
So, 18. Feb 2018, 17:00 h - Künstler der Deutschen Oper: Benefizkonzert
Fr, 23. Feb 2018, 20:00 h - Stephan Krawczyk: Lebensfreu.de

Gottesdienste

Fr, 26. Jan 2018, 18:00 h - Taizé-Andacht in St. Christophorus
So, 28. Jan 2018, 17:00 h - Abendgottesdienst
So, 04. Feb 2018, 10:00 h - Gottesdienst mit Taufe
So, 11. Feb 2018, 17:00 h - Zeitklang-Gottesdienst
So, 18. Feb 2018, 10:00 h - Regionalgottesdienst Martin-Luther-Gemeinde

kirchturm grafik

Mehr Informationen
zu unserem kulturellen Programm
finden Sie auf
art.kulturkirche-nikodemus.berlin

 

Anzeige: