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Hier gibt es keinen Rassismus – oder?

Was black lives matter mit deutschem Alltag zu tun hat

Zum Hören

Die Wissmannstraße mündet gegenüber Karstadt in die Hasenheide. Hermann von Wissmann (1853-1905) war in der deutschen Kolonialzeit Gouverneur in Ostafrika. Er trägt die Verantwortung unter anderem für die brutale Niederschlagung des Maji-Maji-Aufstands gegen die deutschen Besatzer. In vielen deutschen Städten wurde der martialische Militarist durch nach ihm benannte Straßen geehrt – auch in Neukölln. Man kann sagen: „Das weiß doch heute kein Mensch mehr. Wen schert das?“ Es schert aber eben doch jemanden, denn es ist ein Symbol dafür, wie hier mit Rassismus umgegangen wird. Es gibt viele Menschen in unserer Stadt, die jeden Tag Erfahrungen mit Rassismus machen. Sie werden automatisch für Drogendealer gehalten. Eine deutsche Staatsangehörigkeit wird bei ihnen nicht vermutet. Sie werden vermehrt bei Fahrscheinkontrollen herausgegriffen. Sie bekommen keinen Mietvertrag. Sie bekommen schlechtere Jobs. Man traut ihnen keine höhere Bildung zu, wohl aber triebhaftes Verhalten. Und wenn sie sich gegen die Diskriminierung wehren, dann gelten sie als überempfindlich und regen sich unnötig über „Kleinigkeiten“ auf.

Ob etwas eine Kleinigkeit ist oder nicht, haben aber nicht die zu entscheiden, die nicht von Rassismus betroffen sind – das ist im Dialog auf Augenhöhe auszuhandeln.
Am 6.Juli 2020 wurde auf Radioeins Simone Dede interviewt, Mitinitiatorin der Website tearthisdown.com, die dokumentiert, wie viele Straßen in Deutschland das deutsche koloniale Erbe noch immer würdigen – die Mohrenstraße und zwei Berliner Wissmannstraßen sind nur ein kleiner Teil davon.

Kommentare dazu im Internet:
„Ich weiß nicht warum immer so ein Affentheater gemacht wird.“
„Hassen die Deutschen ihr Land so sehr oder was steckt dahinter?“
„Haben wir nichts besseres zu tun, als Straßennamen zu ändern...... Dies gehört nun mal zur Geschichte.“
„Es ist jetzt gut, es reicht ! Kein anderes Land lässt das alles mit sich machen, kein anderes Volk.“ 1

Diese Tonlage hatten viele Statements, doch die Diskussion lässt sich nicht mehr aufhalten und die Zustimmung in der breiten Bevölkerung zu Namensänderungen wächst. Die Neuköllner Bezirksverordnetenversammlung beschloss im vergangenen Jahr einen Bürgerdialog einzuleiten mit dem Ziel, die Wissmannstraße umzubenennen.

Mein Traum ist, dass für uns alle eine Idee von einem Zusammenleben ohne Rassismus von wirklichem Interesse wäre. Nicht nur, weil wir uns das Etikett „Rassist*in“ nicht anheften wollen, sondern weil ein Leben ohne Rassismus für alle gleichermaßen erstrebenswert ist: Wir schätzen Vielfalt und haben eine Vorstellung davon, wie sich welcher Spruch und welches Verhalten für die Menschen anfühlt, mit denen wir zusammenleben. Ein Zusammenleben in Vielfalt und Respekt liegt uns am Herzen, weil wir das bereichernd finden und wichtig für unseren gesellschaftlichen Zusammenhalt. Und wir haben auch kein Problem damit, mit Unterschiedlichkeiten umzugehen und Kompromisse auszuhandeln. Das ist für uns Alltag, denn das hier ist ein demokratisches Land. So weit mein Traum.

Ende Juli endete die Frist, Namensvorschläge für die Wissmannstraße einzureichen. Auch ich habe mich beteiligt – mal sehen, was daraus wird ...2

1 https://www.rbb24.de/panorama/beitrag/2020/07/berlin-kolonalismus-umbenennung-strassen-karte-tearthisdown.html

2 Mein Vorschlag ist: „Hatun-Sürücü-Straße“  – Die Berlinerin Hatun Sürücü wurde 2005 Opfer eines Ehrenmordes, weil sie sich einer Zwangsverheiratung verweigerte und ein unabhängiges Leben begann.

Gottesdienst zum Sonntag Kantate

Herzliche Einladung zum Digitalen Gottesdienst am Sonntag Kantate aus der KulturKirche nikodemus!

Kantate! Singet! Schöne Lieder nach Herzenslust mit uns gemeinsam singen und einen Gottesdienst feiern und genießen - wenn Ihr das mögt, dann seid Ihr hier bei uns richtig!
Kantor Volker Jaekel, Lektor Dr. Jürgen Henschel und Pfarrerin Martina Weber erwarten euch.

Viel Freude beim Mitfeiern!
Eure Pfarrerin Martina Weber

Gottesdienst mit Liedtexten

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Zeitklang zum Sonntag Jubilate 24.4.2021

Herzliche Einladung zum Digitalen Zeitklang aus der KulturKirche nikodemus am Sonntag Jubilate

Die Hoffnung steht im Mittelpunkt - legt euch schon mal euer liebstes Hoffnungslied oder eure liebste Hoffnungsmusik parat - denn heute macht ihr Musik - jede und jeder die eigene Lieblingsmusik.
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Ich freue mich auf euch -
Pfarrerin Martina Weber

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Digitales Magazin der KulturKirche nikodemus zum Thema: Zwischen Ostern und Pfingsten - April/Mai 2021

Nikodemusmagazin April/Mai 2021 - Zwischen Ostern und Pfingsten In all den Jahren gab es noch kein Heft, das zeitlich genau in die Osterzeit passte und wo wir osterthemen aufgreifen konnten ohne dass sie während der Laufzeit des Magazins ihre Aktualität verloren. Deswegen haben wir diesmal die Chance genutzt und uns thematisch auf die schönen Feste Ostern und Pfingsten bezogen, die im April und Mai 2021 stattfinden. Darüberhinaus greifen wir einige Jahrestage auf - u. a. den 35. Jahrestag der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl und den 100. Geburtstag von Sophie Scholl, der Widerstandskämpferin gegen den Nationalsozialismus.

Wir setzen unsere Reihe mit Lieblingsrezepten fort und berichten Neues von der Bürgerplattform mit einem aktuellen Radiobeitrag.
Außerdem gibt es natürlich Buchtipps, Musiktipps, Termine und Handybilder.

 

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